JOHANNES BECHER HAT DER JUGEND EINE STIMME GEGEBEN – UND DER KOMMUNALPOLITIK AUCH

Die Grüne Jugend Dachau und der Ortsverband der Grünen Bergkirchen hatten für den 31. August zu einer Veranstaltung ins Wirtshaus Oberbachern eingeladen: „Der Jugend eine Stimme geben“. Die OrganisatorInnen waren sehr gespannt, wie viele Anmeldungen eingehen würden. Auch die Frage, „Drinnen oder Draußen?“ war dank dieses feuchtes Sommers nicht einfach zu beantworten. Letztlich fand die Zusammenkunft im schönen Saal der Gaststätte statt. Schon vor dem eigentlichen Beginn um 19:30 fanden sich viele Grüne, junge und jung gebliebene, aus dem ganzen Landkreis Dachau ein, um miteinander zu sprechen und das gute Essen zu genießen. Auch der Hauptredner, Johannes Becher MdL, kam frühzeitig dazu, testete die Stimmung, ließ sich die Lasagne schmecken und knüpfte erste Kontakte in persönlichen Gesprächen. Die Gemeinde Bergkirchen war gut vertreten: Bürgermeister Robert Axtner, 2. Bürgermeisterin Dagmar Wagner, die Gemeinderäte Hans Hörmann und Josef Märkl jun. hatten sich Zeit genommen. Aus der Gemeinde Hebertshausen kam Bürgermeister Richard Reischl, auf diese Weise war die Kommunalpolitik des Landkreises Dachau prominent vertreten. Die Bundespolitik wurde durch Beate Walter-Rosenheimer präsentiert.

Ortsverbandssprecher Stefan Haas eröffnete die sehr gut besuchte Veranstaltung und begrüßte die Gäste. Er erwähnte die Bedeutung der Bewegung „Fridays for Future“ und ging auch auf die momentane Situation in Afghanistan ein, die ihn spürbar bewegte. Danach ergriff Karin Beittel als Sprecherin der Kreisverbandes das Wort, gefolgt von Johanna Dübel, Sprecherin der Grünen Jugend. Johanna warb für mehr Mitglieder für ihre Gruppierung, damit junge Menschen mehr Gehör in der Politik finden könnten.Beate Walter-Rosenheimer schlug den Bogen vom Wahlrecht mit sechzehn zur ungleichen sozialen Ausgangssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Etwa 20% der Jugendlichen gelten als arm. Natürlich müsse niemand hungern, aber die gesellschaftliche Teilhabe sei für die Entwicklung von Kindern extrem wichtig.Die Gemeinderätin Ruth Göttler sorgte mit ihrem Tenorsaxophon für ein kurzes musikalisches Intermezzo, bevor dann der Hauptredner loslegte.

Johannes Becher hatte geduldig auf seinen Auftritt gewartet und nahm gleich sehr elegant als Einleitung Bezug auf die Gemeinde Bergkirchen. Er betonte, wie wichtig es sei, dass die Jugend auf kommunaler Ebene mitbestimmen darf. Dazu erzählte er seine eigene Geschichte als bestes Beispiel: Schon mit dreizehn Jahren wurde er im Jugendparlament seiner Heimatstadt Moosburg a.d.Isar aktiv, später mit neunzehn in den Stadtrat gewählt und sitzt seit 2018 im Bayerischen Landtag. Seine Hauptaussage hier: Ohne das Gefühl wirksamer Beteiligung wird sich kein Jugendlicher politisch engagieren. Die Lokalpolitik sollte eine ernst gemeinte Einladung an alle Kinder und Jugendliche aussprechen, sich einzubringen – was kann ich hier ändern und verbessern? Eine Fülle an guten Ideen und Beispielen folgte. Auch für das Wahlrecht mit sechzehn fand der Landtagsabgeordnete gute Argumente: Jugendliche würden bereits mit vierzehn oder fünfzehn Jahren die weitreichende Entscheidung für eine Ausbildung treffen, da es sei doch nur recht und billig, dass sie mit sechzehn eine Wahlentscheidung treffen dürfen. Zu guter Letzt erzählte Johannes noch von seinen Sommerwanderungen durch Bayern, bei denen er sich die jeweilige Region, ihre Menschen, ihre Probleme und ihre schönen Seiten gehend erschließt. Spontan schlugen die beiden Bürgermeister vor, doch bitte nächstes Jahr mal an der Amper entlang zu wandern und dabei in Bergkirchen und Hebertshausen vorbei zu schauen. Die Vereinbarung steht, bis dahin werden Sehenswürdigkeiten und prägnante Punkte geprüft und beide Gemeinden erwarten Johannes Becher im August 2022 mit Freude und Spannung.Nach diesem sehr gelungenen Impulsvortrag gab es noch eine rege Diskussion, der Abend klang danach mit vielen persönlichen Gesprächen aus und man hatte den Eindruck, dass alle Gäste das persönliche Zusammensein nach der langen corona-bedingten Pause als sehr bereichernd empfanden.Die VeranstalterInnen möchten sich noch sehr herzlich bei Wirt Matthias und seinem freundlichem Team für die ausgezeichnete Bewirtung und den reibungslosen Ablauf bedanken.

Ruth Göttler, 07.09.2021