Klimaschutz und Ökologie

Volle Energie fürs Klima

Klimaschutz hat für uns GRÜNE seit Jahren absolute Priorität. Inzwischen sind die Klimakrise und ihre Folgen auch bei uns im Landkreis Dachau deutlich spürbar. Extremwetterereignisse wie Dürre, Hitze oder Starkregen nehmen zu. Das wirkt sich auf unser Leben, unsere Gesundheit, unsere Natur und unsere Wirtschaft aus. Klimaschutz muss deshalb jetzt erst recht bei allen Maßnahmen mitbedacht und konsequent umgesetzt werden. Und auch hier gilt: Klimaschutz fängt in der Kommune an.

Erneuerbare Energien und Energiesparen in Bergkirchen

Wir wollen erreichen, dass Bergkirchen

  • mit regional, dezentral und erneuerbar erzeugtem Strom und Wärme aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse versorgt wird.
  • dazu ein langfristiges Energiekonzept insbesondere mit Blick auf die regenerative Wärmeerzeugung entwickelt.
  • sich gegen die bestehenden Abstandskriterien (10H) bei Windkraftanlagen einsetzt, damit deren sinnvoller Ausbau in Bergkirchen möglich ist.
  • nur Biogasanlagen zulässt, deren Rohstoffe regionale Reststoffe sind, d.h. im pflanzlichen Bereich Gras und Landschaftspflegematerial und im tierischen Bereich Gülle und Mist.
  • die Energieversorgung eigener Betriebe und Einrichtungen schnellstmöglich auf regenerative und effiziente Energiesysteme umstellt, wie z.B. auf regenerativen Strom, Kraft-Wärme-Kopplungen und Fernwärme.
  • Beleuchtungen, insbesondere Straßen- und Wegebeleuchtungen, auf möglichst energieeffiziente und naturfreundliche LED-Technik umstellt.
  • kommunale Betriebe und Gebäude energieeffizient ertüchtigt und deren (Dach-) Flächen für Photovoltaik und Solarthermie nutzt.
  • über die Landesregierung die rechtliche Grundlage für den weiteren Ausbau der Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GfA) als Energieunternehmen schafft.
  • auf eine energieeffiziente Verwaltung setzt und kommunale Energiesparkonzepte initiiert und realisiert.
  • die Möglichkeiten der Digitalisierung zur Optimierung seines Energiemanagements nutzt.
  • die Bürger:innen an der Energiewende beteiligt, zum Beispiel über bestehende Einrichtungen oder Genossenschaften.
  • Bürger:innen und Betriebe zu Möglichkeiten zum Energiesparen berät (z.B. bei Bauvorhaben) und Anreize zu deren Umsetzung schafft.
  • regelmäßig wesentliche Kennzahlen zum Fortschritt der Energiewende erhebt und veröffentlicht.

Schonender Umgang mit unseren Ressourcen

Für die nachhaltige Entwicklung Bergkirchens müssen sich alle Maßnahmen streng an ökologischen und sozialen Kriterien orientieren.

Wir wollen erreichen, dass Bergkirchen

  • die Grundversorgung der Gemeinde, wie Energie- und Wasserversorgung oder Abfallentsorgung und -recycling, in kommunaler Hand hält, z.B. über Kreiswerke oder kommunale Zweckverbände.
  • Müllvermeidungsstrategien entwickelt und spätestens ab 2025 vollständig frei von Einweg-Plastik ist.
  • eine Kampagne für Leitungswasser als “stilles Mineralwasser” initiiert und in allen eigenen Einrichtungen entsprechend umsetzt.
  • Neuausweisungen von Gewerbegebieten restriktiv und möglichst flächensparend behandelt.
  • Grünzüge und Landschaftsschutzgebiete erhält, ausbaut und ihre Stellung stärkt.
  • deutlich mehr Natur- und Landschaftsdenkmäler (z.B. Birkenalleen) ausweist.
  • potentielle Überschwemmungsgebiete von jeglicher Bebauung frei hält.
  • ressourcenschonend baut, einer sinnvollen Verdichtung den Vorrang vor weiterer Zersiedelung gibt (Innenentwicklung vor Außenentwicklung) und dabei Freiflächen schützt.
  • Straßen erhält statt neue zu bauen und das Fahrradwegenetz weiter ausbaut.
  • Grundwasserentnahmen zur Bewässerung ressourcenschonend reguliert und Regenwassernutzung als Alternative bei Neubaugebieten fördert.
     

Klimakrise und Artensterben erfordern radikale Veränderung der Landwirtschaft

Studien zum Insektensterben und zuletzt der Sonderbericht des Weltklimarates vom August 2019 verdeutlichen mit Nachdruck die Notwendigkeit, die Art und Weise unserer Land- und Forstwirtschaft grundsätzlich zu hinterfragen und die Landnutzung sofort zu ändern.

Bergkirchen ist nach wie vor landwirtschaftlich geprägt. Wir GRÜNE unterstützen die Umstellung auf ökologischen Landbau im Rahmen einer bäuerlichen Landwirtschaft. Wir akzeptieren keine Tierhaltung und Fleischproduktion nach industriellen Maßstäben. Klimaschutz heißt auch, dass unsere Lebensmittel nachhaltig erzeugt und regional vermarktet werden.

Wälder spielen eine zentrale Rolle für den Klimaschutz und sind Holz ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff. Der Landkreis Dachau ist mit nur ca. 16 % einer der waldärmsten Landkreise Bayerns, wobei der Fichtenanteil im Wald noch sehr hoch ist. Ziel muss deshalb die Umwandlung in Mischwälder und die Vermehrung der Waldfläche sein.

Wir wollen erreichen, dass Bergkirchen

  • eine nachhaltige, gentechnikfreie Produktionsweise von Lebensmitteln fördert.
  • industrielle Produktionsanlagen für Tiere oder mit Tieren im Landkreis verhindert.
  • kommunale Äcker und Wiesen nach Ablauf bestehender Pachtverträge nur noch nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaften lässt.
  • in allen kommunalen Verpflegungsstellen 100% biozertifizierte Lebensmittel einsetzt, nach Möglichkeit regional, fair und saisonal.
  • Umbau der Wälder zu Mischwäldern und entsprechende Aufforstung neuer Wälder unterstützt.

Lokaler Artenschutz ist Klimaschutz für Alle

Unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten brauchen intakte Lebensräume. Doch unser Artenreichtum ist bedroht. Intensive Landwirtschaft, der Verlust von Lebensräumen und die zunehmende Versiegelung der Landschaft sind Ursachen des Artensterbens – auch in Bayern. Mit dem historischen Erfolg des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ wurde ein erstes Bündel an Maßnahmen für mehr Artenschutz in Bayern auf den Weg gebracht. Das ist ein Anfang.

Wir GRÜNE wollen die Artenvielfalt in Bayern allerorts erhalten. Wir wollen den Flächenverbrauch begrenzen, die Lebensräume von lokalen Tier- und Pflanzenarten schützen und dazu Natur- und Landschaftsschutzgebiete weiterentwickeln und Biotope besser vernetzen. Grünflächen und Bäume sind wichtige Lebens–und Erholungsräume, vor allem in den Städten. Bäume liefern Sauerstoff, spenden Schatten, binden CO2 und verbessern das Mikroklima. Wir wollen mehr Lebensraum für Insekten, Bienen, Schmetterlinge und Vögel in den Kommunen schaffen, mit Blühwiesen und artenreichen Wegrändern statt Grasstreifen.

Wir wollen erreichen, dass Bergkirchen

  • zum Erhalt und für Neupflanzungen auf eine Baumschutzverordnung dringt.
  • den Einsatz von Pestiziden, insbesondere Glyphosphat und Gleichwertiges, auf kommunalen Flächen verbietet.
  • dem Schutz und der Renaturierung von Mooren Priorität einräumt.
  • mehr Dach- und Fassadenbegrünung fördert.
  • im Rahmen des Baurechts für die naturnahe Gestaltung von Gärten, Grünflächen und Einfahrten sorgt.
  • Beleuchtung im öffentlichen Raum unter Einsatz intelligenter Steuerung auf das notwendige Maß reduziert und möglichst insektenfreundliche LED-Technologie einsetzt.
  • Ausgleichsflächen/Ökokontoflächen für extensive Landwirtschaft nutzbar macht.
  • mehr Streuobstwiesen, Wildfruchthecken und Blühwiesen anlegt, sowie öffentliche Flächen für den Anbau von Gemüse und Beerenobst, etwa in Form von Gemeinschaftsgärten, zur Verfügung stellt.
  • ein gemeinsames, gemeindeübergreifendes Ökokonto anlegt, für die bestmögliche Vernetzung von Biotopen.

Klimaschutz bedeutet Umdenken beim Bauen.

Ein wesentlicher Teil der Klimaveränderung resultiert aus dem ungeheuren Energieverbrauch beim Wohnen. Sowohl bei Altgebäuden als auch bei der Gestaltung von Neubauten können wir viel tun, um Energie zu sparen und regenerative Energien zu nutzen.

Wir wollen erreichen, dass Bergkirchen

  • eine dezentrale Wärmeversorgung in Neubaugebieten favorisiert.
  • die Ausrichtung der Gebäude sinnvoll gestaltet, um möglichst viel Sonnenenergie in Form von Kollektoren und Photovoltaik nutzen zu können.
  • sich für die Sammlung von Niederschlagswasser zur Gartenbewässerung und Toilettenspülung einsetzt.
  • mit Nachdruck Solarthermie- und Photovoltaikanlagen auf Dächern fördert.

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